Obstbäume pflanzen – Wie macht man es richtig?
Im Herbst und Winter kann man an frostfreien Tagen Obstbäume und Obstgehölze pflanzen. In Gartenmärkten und Baumschulen findet man eine große Auswahl an einheimischen Obstgehölzen, die als Containerware oder Ballenware angeboten werden. Containerware eignet sich auch für Pflanzungen im Sommer.
Am besten hält man sich beim Kauf an Sorten, die sich für unseren Regionen bewährt haben. Einige mediterrane Vertreter eignen sich auch für unsere Klimaverhältnisse wie z.B. der Feigenbaum, der sich hier eher zum Strauch statt zum Baum entwickelt.
Man unterscheidet bei Obstbäumen drei verschiedene Arten: „wurzelnackte” Arten, das heißt, deren Wurzeln liegen frei und sind nicht durch Erde geschützt. Ballenware ( Wurzeln mit Erde in Jutesäcke verpackt) und die Containerware (im Pflanztopf). Die teuerste Variante ist die Containerware, die günstigste die wurzelnackte. Dafür kann man Containerware rund um das Jahr pflanzen, während die anderen Arten bestenfalls im Herbst und Winter gepflanzt werden sollten. Natürlich nicht bei Bodenfrost. Beim Kauf sollte man auf Qualitätssiegel achten, wie z.B. auf das Etikett vom Bund der deutschen Baumschulen. Auch sollte man sich das Obstgehölz genau anschauen und auf unverletzte Ware achten. Nur so kann man sichergehen, dass der Obstbaum auch später gut im eigenen Garten gedeihen wird.
Wässern ist sehr wichtig
Besonders wurzelnackte Sorten müssen sehr ausgiebig gewässert werden. Dazu stellt man das Gehölz schon einen Tag vor der Pflanzung mit den Wurzeln in einen wassergefüllten Kübel. Kurz vor dem Pflanzen werden die Wurzeln dann um etwa ein Drittel gekürzt. Es ist wichtig, dazu eine scharfe Pflanzenschere zu verwenden, damit die Wurzeln nicht abgequetscht werden. Alle beschädigten und trockenen Wurzelteile werden ebenfalls entfernt. So können sich dann später an jeder Schnittstelle neue Wurzeln bilden. Trockene Zweige werden ebenfalls entfernt und die Krone so eingekürzt, dass sie in etwa dem Umfang der Wurzel entspricht. Diesen ersten Schnitt kann man auch gleich in der Baumschule vornehmen lassen.
Containerware kann gleich wie sie ist, gepflanzt werden, dazu natürlich vorher den Plastiktopf entfernen. Bei der Ballenware entfernt man den Jutesack. In der Regel ist bei beiden Sorten kein Wurzelschnitt nötig, es sei denn, man entdeckt verletzte Wurzelteile, diese sollte man entfernen.
Das Pflanzloch und guter Halt
Beim Ausheben des Pflanzloches sollte dieses etwa doppelt so groß sein wie der Wurzelballen, damit auch die umgebende Erde gelockert ist. Die Veredelungsstelle muss etwa eine Hand breit über der Erde liegen, da es ansonsten zu Fäulnis kommen kann. Diese Veredelungsstelle ist an der Verdickung des Stammes zu erkennen. Nach dem Einsetzen des Baumes darauf achten, dass dieser gerade steht. Danach setzt man einen oder besser drei Stützpfähle dazu, die dem Baum auch bei Sturm noch Halt geben. Das Erdloch kann nun wieder gefüllt werden. Dabei tritt man die Erde gut mit dem Fuß fest, jedoch ohne dabei die Wurzel zu beschädigen. Sinnvoll ist es, eine kleine Vertiefung zum gezielten Gießen zu lassen, denn das Wässern ist gerade in der ersten Zeit sehr wichtig. Zum Schluss wird der Baum mit breiten Bandschlaufen oder Bast an die Pfähle gebunden. Dabei sollte jedoch ein komplettes Schwanken nicht unterbunden werden – also ruhig etwas Luft lassen.
Und immer wieder Gießen
Zum Obstbäume pflanzen gehört auch die richtige Pflege, damit der Baum optimal gedeihen kann. Damit die Wurzeln nicht austrocknen ist regelmäßiges Gießen sehr wichtig und dabei sollte man nicht sparsam sein. Auch im Herbst und Winter kann auf das Wässern nicht verzichtet werden. Damit die Wurzel nicht austrocknet kann zusätzlich Mulch oder Rasenschnitt als Abdeckung nützlich sein.