Vogelschutz im eigenen Garten
Der Nistkasten
Natürliche Brutnischen und alte morsche Bäume, die den Vögeln als Nisthöhle dienen könnten, sind in bebauten Gebieten rar gesät oder gar nicht vorhanden. Umso mehr ist es notwendig, künstliche Nistmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Schon mit einfachen Mitteln kann man einen Nistkasten bauen. Da können sogar Kinder und Jugendliche mithelfen, denn das macht nicht nur Spaß, sondern damit werden sie auch mit Tieren und deren Lebensweise vertraut.
Der Lohn für die ganzen Mühen ist natürlich, wenn der Nistkasten besiedelt wird. Doch dies geschieht wiederum auch nur, wenn der Garten naturnah gestaltet wird und die Vögel darin ihre Nahrung finden können.
Nistkasten selbst bauen
Dies braucht man, um einen Nistkasten zu bauen:
- 20mm starke ungehobelte Bretter aus Buche, Tanne oder Fichte. Ungeeignet sind Bretter aus Sperr- oder Spanholz, da diese bei Feuchtigkeit schnell aufquellen.
- Holzschrauben: Schrauben sind besser als Nägel und sie ersparen das Leimen. Auch lassen sich Schrauben besser wieder herausdrehen, um z.B. im Herbst den Nistkasten zu reinigen.
- Auch eine Belüftung ist notwendig. Dazu werden etwa 5mm große Löcher in den Boden gebohrt. Dadurch bleibt es im Nistkasten trocken.
- Holzschutzmittel: Herkömmliche Holzschutzmittel sollten auf keinen Fall verwendet werden. Diese könnten die Gesundheit der Vögel beeinträchtigen. Die Außenwände können mit Leinöl gestrichen werden, dies schützt vor Feuchtigkeit und Pilzbefall. Auch umweltfreundliche Farben können verwendet werden.
- Teerpappe auf dem Dach wird öfters gemacht. Ist jedoch nicht sinnvoll, da diese den Nistkasten nicht wirklich schützt, sondern eher verhindert, dass der Kasten schneller nach einem Regenschauer trocknet.
Eine Wohnung nach Maß
- Nicht jedes Maß ist geeignet, damit sich die Vögel rundherum wohl fühlen. Die Bodenplatte sollte mindestens eine Fläche von 12×12 cm haben
- Marder und Katzen sind die ärgsten Feinde der Vögel. Damit diese nicht ungehindert an die Jungvögel gelangen können, sollte das Flugloch mindestens 17cm über den Kastenboden angebracht werden.
Richtig anbringen
- Mindestens in 2-3 Meter Höhe sollte der Nistkasten an eine Hauswand oder einen Baum angebracht werden. Bei gekauften und speziellen Nistkästen beachtet man den Herstellerhinweis.
- Das Flugloch sollte so ausgerichtet werden, dass es nach Osten oder Südosten zeigt. Nicht ideal ist die Ausrichtung zur Wetterseite (Westen) oder zur prallen Sonne hin (Süden).
- Für die Befestigung verwendet man bestenfalls rostfreien Draht oder Nägel aus Alu, damit der Baum nicht geschädigt wird.
- Beim Befestigen sollte man darauf achten, dass der Nistkasten nicht nach hinten kippt, dann eher nach vorne, damit kein Regenwasser eindringen kann.
- Weitere Nistkästen hängt man mit einem Abstand von 10Metern auf
- Nistkästen kann man auch schon im Herbst anbringen, damit Vögel, Insekten und Kleinsäuger eine Schlafstätte oder Überwinterungsmöglichkeit vorfinden können.
Hausputz
- Nach der Brutsaison muss erst einmal gründlich Hausputz betrieben werden, damit alte Nester und somit Milben, Flöhe und Lausfliegen keine Chance zur Vermehrung haben und sich erneut auf die Vögel setzen können. Die Reinigung nimmt man am besten schon im Spätsommer vor, denn im Herbst könnte es sich schon ein Siebenschläfer im Nistkasten gemütlich gemacht haben und den sollte man dann auch nicht stören.
- Die Reinigung sollte man mit Handschuhen vornehmen und keinesfalls in der heimischen Stube. Denn Vogelflöhe können auch auf den Menschen gehen. Dies sollte jedoch jetzt nicht abschrecken, dass passiert in der Regel bei der Reinigung im Freien nicht.
- Zur Reinigung reicht es, das alte Nest zu entfernen und den Nistkasten gründlich auszubürsten. Reinigungsmittel oder Insektensprays sind nicht ratsam.
- Der Hausputz sollte erst dann vorgenommen werden, wenn die Jungvögel ausgezogen sind. Keinesfalls sollte man während der Brutzeit in den Kasten schauen und damit eventuell die erfolgreiche Aufzucht durch die Elternvögel gefährden.
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